DSPRP_Plakat_360°_Schaubild-Diversität_

Wer markiert wen?

Eurozentrismus
und Musik?

Strukturelle Benachteiligung?

Wie verändert die 
Migrationsgesellschaft den Kulturbegriff?

Kritisches Weißsein?

Repräsentanz

Kritisches Weißsein 


If you don't have to think about it,

it's a privilege.

Image by Jon Tyson

Sie sind weiß, heterosexuell und deutsche*r Staatsbürger*in? Vermutlich genießen Sie einige Privilegien, die Ihnen so gar nicht bewusst sind. Nutzen Sie die Auswahl an Artikeln, um sich mit ihrem Weißsein und den damit verbundenen Privilegien
auseinander zu setzen.

Weißsein ist ein Privileg!

Weißsein ist mehr als eine Hautfarbe, denn weiß zu sein bedeutet eine bestimmte
Stellung innerhalb einer Gesellschaft zu genießen. Die kritische Weißseinsforschung
beschäftigt sich eingehend mit dieser “Sonderrolle” und verweist: Wer diese leugnet,
unterstützt die strukturelle Benachteiligung und nutzt ethnische Merkmale als
Beurteilungswerkzeug. Die Journalistin Milly Hatt gibt einen Einblick in die Critical
Whitness-Forschung, lässt Forschende zu Wort kommen und gibt jenen eine
Stimme, für die Privilegien nicht zur Norm gehören.

„[W]eiße Menschen [sind] es gewohnt, sich nur als Mensch zu identifizieren und Weißsein unsichtbar zu machen. Aber es gibt keine machtvollere Position, als sich nur als Mensch zu sehen und die Norm zu bestimmen.“ 

– Grada Kilomba, Professorin für Postcolonial Studies an der Berliner Humboldt-Universität

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Habe den Mut,
die Norm zu hinterfragen!

Welche Privilegien genießen Sie? Die Herkunft, zum Beispiel ein wohlhabendes
Elternhaus und das meist hieraus resultierende hohe Bildungsniveau, eine sexuelle
Orientierung, die gesellschaftlich akzeptiert wird, sind Vorteile, die manche
Menschen mit ihrer Geburt mitbekommen haben. Sich diesen bewusst zu werden, ist
ein erster Schritt soziale Ungerechtigkeit zu erkennen und kritisch zu hinterfragen.
In einem Feature des Deutschlandfunks suchen die Journalisten Pia
Rauschenberger und Trang Thu Tran nach biologischen Privilegien, der
gesellschaftlichen Norm und was es bedeutet, aus dem Raster zu fallen.

Aber ich bin doch nicht rassistisch!

Sie sind der Überzeugung, nicht rassistisch zu sein? Die Soziologin Robin DiAngelo
wird Sie eines besseren belehren. Ihr Standpunkt ist kontrovers und wird Ihnen
vermutlich nicht gefallen. Ihre These: Weiße nähren unterbewusst den Rassismus,
um sich nicht mit ihrem eigenen Weißsein nicht auseinandersetzen zu müssen. Ein
Fehler. Ein Interview über Selbstreflexion und ein Aufeinanderzugehen, um
Rassismus zu unterbinden.

Weiß, heterosexuell, rassistisch

Robin DiAngelos knallharte Annahme: Weiße Menschen sind von Grund auf
rassistisch, da sie in einem rassistischen System groß geworden und in einem
Konstrukt aus gesellschaftlichen Normen und Regeln gefangen sind. Doch die
Proteste in den USA zeigen, dass sich die Welt langsam verändert. Ein spannendes
Interview von Spiegel-Journalist Ralf Neukirch.

Baue deine Vorurteile ab!

Jeder hat sie: Unbewusste Vorurteile gegenüber anderen Menschen und Kulturen,
gegenüber deren Denkweisen und Lebensarten. Nun zeigen aktuelle Forschungen,
dass jene unbewussten Vorurteile durch biologische Prozesse in unserem Gehirn
verstärkt werden.
Denn: “Unser Gehirn ist äußerst effizient – und um Ressourcen zu schonen, nutzt es
gewisse Muster. Es filtert wesentliche Merkmale aus einer Wahrnehmung und
vergleicht es mit bereits Gespeicherten und Erlernten. Der Rest wird nicht bearbeitet.
Aus diesem Prozess resultiert aber auch seine Fehleranfälligkeit.”
Was also tun? Auf der Plattform Anti-Bias können Sie verstehen lernen, wie
unbewusste Vorurteile entstehen und wie mit diesen bewusster umgegangen werden
kann.

Und jetzt? Was tun?

Die Seite kulturshaker.de bietet Ihnen Erklärungen und Definitionen zu den Begriffen
Privilegien, Diskriminierung und soziale Ungerechtigkeit und vermittelt über kurze
Videos, wie jeder selbst seine Privilegien erkennen kann und damit umgehen sollte.

Reflektieren - Debattieren - Verändern

Sich kritisch mit dem eigenen Weißsein zu beschäftigen, ist ein erster Schritt
strukturelle Benachteiligung zu erkennen und zu unterbinden. Wir haben für Sie
einige Sachbücher und Essays gesammelt, mit denen Sie noch tiefer in die Materie
einsteigen können. Viel Spaß bei der Lektüre!

Der Klassiker von Robin DiAngelo

Deutlich und eindringlich. Lebenserfahrungen der Journalistin Alice Hasters

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Und in den sozialen Netzwerken? 

Der Klassiker von Tupoka Ogette

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Und in den sozialen Netzwerken? Wer beschäftigt sich dort mit den Fragen:
Kritisches Weißsein und White Privilege?

Die Journalistin Josephine Apraku verweist auf ihrem Instagram auf interessante Artikel, Videos und Podcast, die sich mit kritischem Weißsein beschäftigen.
Außerdem postet sie kritische Fragen, die den Unser zum Nachdenken animieren. Der
Account ist ein toller Impulsgeber.

Die Comedian Enissa Amani reagierte direkt auf den peinlichen Fauxpas der WDR-Talkshow “Die letzte Instanz”. In ihrer eigenen Talkshow, die via Youtube
gestreamt werden kann: DIE BESTE INSTANZ zeigen die Gäste, was zu tun ist, um sich mit den Fragen kritisches Weißsein, Rassismus und strukturelle Benachteiligung wirklich auseinander zu setzen.

Der Reporter und Podcaster Malcolm Ohanwe fordert unter dem Hashtag #KritischesWeißsein Weiße heraus, sich mit ihren Privilegien auseinanderzusetzen und
rassistische Strukturen zu hinterfragen. Auch in seinem Podcast @Kanackische Welle geht es um Critical Whiteness und strukturelle Benachteiligung. Anti-Rassismus-Arbeit, so der Journalist, ist unangenehm und steinig, und schon lange überfällig.

„Datteltäter“ ist ursprünglich ein YouTube-Kanal mit fast 500.000 Abonnent*innen, der sich satirisch mit den Lebenswelten von Muslimen und anderen migrantischen Communities auseinandersetzt. Das Team diverser, multiethnischer und multireligiöser Kreativer strebt danach, eine Veränderung des Mainstream-Narrativs rund um Muslim*innen und migrantische Communities herbeizuführen. Sie fördern den Dialog über Videos, Workshops und vieles mehr und veröffentlichen jede Woche ein neues Video, das mit einem Augenzwinkern Themen rund um migrantische Communities und ihre Besonderheiten bearbeitet. Für ihre Arbeit wurden die „Datteltäter“ u.a. mit dem Grimme Online Award 2017 und dem Smart Hero Award 2017 ausgezeichnet.

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