DSPRP_Plakat_360°_Schaubild-Diversität_

Wer markiert wen?

Eurozentrismus
und Musik?

Strukturelle Benachteiligung?

Wie verändert die 
Migrationsgesellschaft den Kulturbegriff?

Kritisches Weißsein?

Repräsentanz

Wer markiert (benennt) hier wen?  

Wie werden Bezeichnungen von Menschen oder Gruppen vergeben? Wer entscheidet über diese Vergabe? Werden diejenigen, die Bezeichnet werden überhaupt in diesen Entscheidungsprozess mit eingebunden? Und schließlich: was sagt das über Machtstrukturen innerhalb unserer Gesellschaft(-en) aus? Sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene? 

Image by Raychan

Nenn mich nicht …

Haben Sie sich schon einmal über folgenden Umstand Gedanken gemacht?

Ein*e Deutsch-
Türke*in (ein*e deutsche*r Staatsbürger*in mit türkischen Wurzeln) ist von der Wortbeschreibung her nach wie vor ein*e  Türke*in, auch wenn er/sie bereits in dritter Generation in Deutschland lebt und die Türkei vielleicht nur noch aus dem Sommerurlaub kennt.  Ein*e Russland-Deutsche*r (ein*e russische*r Staatsbürger*in mit deutschen Wurzeln) hingegen ist qua Definition eine deutsche Person, auch wenn sie kein Deutsch spricht und Deutschland allenfalls aus dem Fernsehen kennt. Ein*e Afro-Amerikaner*in wiederum ist ein*e Schwarze*r amerikanische*r Staatsbürger*in, genauso wie ein*e Native-American oder ein Asian-American
Zurück zum Anfang: Ein*e Turko-
Deutsche*r (Selbstbezeichnung) ist ein*e deutsche*r Staatsbürger*in mit türkischen Wurzeln. 

Wir haben uns gefragt:
Wer vergibt eigentlich diese Bezeichnungen und was sagen diese über das Konzept von Staatszugehörigkeit aus? 
Und ab wann ist jemand dann kein*e Fremde*r mehr?

Tipps zum Anschauen und Lesen

Die Video-Reihe #nennmichnicht von Radioeins und rbbkultur zeigt so, wie Rassismus und Sprache zusammenhängen. Es werden #peopleofcolor gefragt, wie sie nie wieder genannt werden wollen.

Videos, die es auf den Punkt bringen

Kübra Gümüşay beschreibt wie Sprache unser Denken prägt und unsere Politik bestimmt. „Ein beeindruckendes Buch, poetisch und politisch zugleich.“ Margarete Stokowski

 

Kübra Gümüşay geboren 1988 in Hamburg, ist eine der einflussreichsten Journalistinnen und politischen Aktivistinnen unseres Landes. Sie studierte Politikwissenschaften in Hamburg und an der Londoner School of Oriental and African Studies. 2011 wurde ihr Blog “Ein Fremdwörterbuch” für den Grimme Online Award nominiert. Sie war Kolumnistin der tageszeitung und stand mehrfach auf der TEDx-Bühne. Die von ihr mitbegründete Kampagne #ausnahmslos wurde 2016 mit dem Clara-Zetkin-Frauenpreis ausgezeichnet.

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Ein Buch, dass sich kritisch mit dem Thema auseinandersetzt:

Die Bezeichnung Migrationshintergrund wird in Verbindung mit Personen verwendet, die selbst, oder deren Vorfahren, aus einem anderen Staat eingewandert sind. Der Begriff wird dabei sehr uneinheitlich benutzt. Meist knüpfen die Definitionen an die Staatsangehörigkeit und/oder den Geburtsort an. 
Die am häufigsten verwendete Definition ist die des Statistischen Bundesamtes:
"Eine Person hat einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil die deutsche Staatsbürgerschaft nicht durch Geburt besitzt." 
Zum Vergleich: In Österreich müssen qua Definition beide Elternteile im Ausland geboren worden sein. 
Wichtig: Die Definition des Statistischen Bundesamtes bildet nicht die gesellschaftliche Realität ab. Viele Menschen, die sich selbst als Menschen mit Migrationsgeschichte beschreiben würden, werden nicht erfasst. Ferner wird der 
Begriff Migrationshintergund an sich als stigmatisierend kritisiert. 

Vielfalt entscheidet

Wofür die ganzen Zahlen? Was bringt es uns, wenn wir uns mit prozentualen Anteilen von Identitäten und Zuwanderern an der Gesamtbevölkerung oder in den Unternehmen auseinandersetzen?
Die Plattform “
Vielfalt entscheidet - Diversity in Leadership”  erhebt und veröffentlicht Daten und deckt damit die negativen Konsequenzen des Repräsentationsdefizits in Führungspositionen im Kontext des demographischen Wandels, der Frage nach Chancengleichheit in der Gesellschaft und der Leistungsfähigkeit der Institutionen auf. Denn Gleich ist nicht gleich Gleich. 

In ihrem Factsheet Antidiskriminierungs- und Gleichstellungsdaten & positive Maßnahmen für einen effektiven Diskriminierungsschutz geht es mittels der Daten um das Sichtbar machen von struktureller Diskriminierung auf institutioneller, kultureller und individueller Ebene; nur damit kann man aktiv durch Fördermaßnahmen diesen begegnen und insbesondere institutionellen Rassismus, (Hetero-/Cis-)Sexismus und Ableismus (Diskriminierung von Menschen mit Beeinträchtigungen) etc. abbauen.

Und in den sozialen Netzwerken? 

Migrationshintergrund - was ist damit gemeint?

Integration vs. Diversität?

Seit 2005 ist Deutschland auch offiziell ein Einwanderungsland. In Deutschland hat heute rund jede vierte Person einen Migrationshintergrund – in Westdeutschland galt dies im Jahr 2018 für 28,6 % und in Ostdeutschland für 8,0 % der Bevölkerung.
Mittlerweile votieren sämtliche Mitglieder der Fachkommission Integrationsfähigkeit der Bundesregierung dafür, dass der Begriff Einwanderungsland nicht neutral gemeint sei, sondern dass Einwanderung als „prinzipiell erwünscht“ verstanden werde. Denn ohne Nettozuwanderung würde die Bevölkerung in Deutschland seit Langem schrumpfen, da seit 1972 die Zahl der Gestorbenen die Zahl der Geborenen jedes Jahr übersteigt und somit die sogenannte natürliche Bevölkerungsbilanz negativ ist. 

Es stellt sich generell die Frage, ob das Konzept der Integration mittlerweile nicht überholt ist und durch das Konzept von Diversität ersetzt werden müsste. 

Denn: Ohne Nettozuwanderung und bei einer moderaten Entwicklung der Geburtenhäufigkeit und Lebenserwartung würde das Geburtendefizit zwischen 2018 und 2054 von 167.000 auf 530.000 pro Jahr zunehmen und anschließend bis 2060 leicht sinken. Die Bevölkerungszahl läge bei dieser rein modellhaften Berechnung im Jahr 2060 bei 65,2 Millionen – 17,7 Millionen Menschen weniger als 2018. 

Und woher kommen eigentlich die Menschen, die nach Deutschland zugezogen sind?

65% aus Europa - entspricht: ca. 13,8 Millionen Menschen / davon ½ EU-Staaten, ½ Nicht EU-Staaten
22% aus Asien - entspricht: ca. 4,6 Millionen Menschen / davon 70% (ca. 3,2 Mio) aus Nahem und Mittlerem Osten
5% aus Afrika - entspricht: ca. 1 Million Menschen
3% aus Nord-, Mittel- und Südamerika und Australien - entspricht: ca. 0,6 Millionen Menschen
5% nicht konkret spezifizierbar

Knapp zwei Drittel (65 %) aller Personen mit Migrationshintergrund sind aus einem anderen europäischen Land Eingewanderte und deren Nachkommen. Dies entspricht 13,8 Millionen Menschen, von diesen haben knapp die Hälfte - 7,5 Millionen - Wurzeln in anderen EU-Mitgliedsstaaten. 
Die 4,6 Millionen aus Asien Eingewanderten und ihre Nachkommen machen 22 % der Personen mit Migrationshintergrund aus, darunter haben 3,2 Millionen einen Bezug zum Nahen und Mittleren Osten (Ohne 2,8 Mio Menschen aus der Türkei, die wiederum zu Europa gezählt wird.) Knapp 1,0 Millionen Menschen (5 %) haben Wurzeln in Afrika. Weitere 0,6 Millionen Menschen (3 %) sind aus Nord-, Mittel- und Südamerika sowie Australien Eingewanderte und deren Nachkommen. 
Wichtigste Herkunftsländer sind nach wie vor die Türkei (13 %), gefolgt von Polen (11 %) und der Russischen Föderation (7 %).

Und was ist nun „deutsch“?

In intimen Gesprächen versuchen bekannte Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur und Sport diese Frage zu beantworten. Alle leben mit und zwischen mehreren Kulturen.

Dort finden sich viele, sehr gut gemachte Accounts, die sich mit den Themen Identität, Integration, Migration, Diversität, Diskriminierung u.v.m. aus unterschiedlichen Perspektiven heraus konstruktiv auseinandersetzen und vielseitige Denkanstöße liefern. Es werden zahlreiche Begriffe diskutiert, die mitunter im allgemeinen Sprachgebrauch zwar bekannt sind, deren Bedeutungsebenen aber häufig gar nicht so klar sind. 

"erklär mir mal..." erklärt dir das 🌈🗨️
aus (post-)migrantischer und queerer Perspektive

Über Identität im Einwanderungsland | @malcolmohanwe & @marcelnadeem | Medienpreis Urologie & Smart Hero Award 🥇 🇵🇸 Halb-Palis

✨let's empower each other ✊✨
Say My Name ist ein Webvideoformat der @bpb_de
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